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Personal-Notstand beim Pflegefachpersonal
Postulat eingereicht von Grossratssuppleant Benno Meichtry in Dezembersession 2009.
In den Gesundheitsinstitutionen des Wallis (Spital, Pflegeheime, Spitex) fehlt es an diplomiertem Pflegepersonal. Die heutigen Abschlusszahlen (schweizerische Erhebung) erreichen knapp 52 Prozent des geschätzten Bedarfs.
Eine Studie der Schweizerischen Konferenz kantonaler Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) in Zusammenarbeit mit der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit (OdASanté) zeigt auf, dass künftig mehr Pflegepersonal benötigt wird. Der Personalbedarf im Gesundheitswesen wird voraussichtlich bis 2020 um 13-25% zunehmen.
Laut dem „mittleren“ Bevölkerungszenario des BfS dürfte die Population der über 65-Jährigen bis 2020 um 400'000 Personen (+34%) zunehmen, während jene im erwerbsfähigen Alter (20- bis 64-Jährige) wahrscheinlich lediglich um 200'000 Personen (+4%) wachsen wird. Das Alternativszenario beobachtet die Bedarfsentwicklung bei – gegenüber 2006 – unveränderten Hospitalisationsdauern und gleich bleibendem Gesundheitszustand der älteren Bevölkerung. Ihm zufolge würde die Zunahme des Bedarfs die Schaffung von 33'000 Stellen erfordern, was einer Personalaufstockung von 48'000 Personen (+25%) entspricht.
Der Personalbedarf nimmt in den Alters- und Pflegeheimen am stärksten zu. Diese Entwicklung erklärt sich durch die starke Zunahme der über 80-jährigen, der wichtigsten Zielgruppe für die entsprechenden Leistungen. Zudem wird sich das Verhältnis zwischen den verschiedenen Institutionstypen immer mehr in Richtung des ambulanten Sektors verschieben. Um damit zurechtzukommen, brauchen die Alters- und Pflegeheime bis 2020 mehr als 15'000 zusätzliche Angestellte.
Schlussfolgerungen
Die wichtigste Ressource des Gesundheitswesens ist sein Personal. Dessen Kenntnisse, Kompetenzen und Motivation sind entscheidend für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. Inwieweit sich das System den wandelnden Bedürfnissen der Bevölkerung anpassen kann, hängt massgeblich von der Qualität seines Personalmanagements und der Planung des Nachwuchses ab. Es besteht bereits heute ein grosser Bedarf an dipl. Pflegefachpersonal und dieser Bedarf wird in den nächsten 10 Jahren, laut esrwähnter Studie, noch sehr stark steigen.
Ich fordere das Erziehungsdepartement zusammen mit dem Gesundheitsdepartement des Kantons Wallis auf, mit folgenden Massnahmen den Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal zu decken:
- Das Werbekonzept für die Rekrutierung von Studentinnen und Studenten und Lernende ist zu überarbeiten, zu verbessern und nötigenfalls dessen Budget aufzustocken. Unter anderem bräuchte es Werbekampagnen, die über die Berufsberatung und OS-Schulen laufen.
- Es braucht eine erhöhte Anzahl an Studentinnen, Studenten, bzw. Lernenden an den Pflegeschulen im Wallis.
- Die berufsbegleitende Ausbildung, insbesondere die Verbesserung der finanziellen Situation (Lohn/Stipendien), ist zu fördern.
- Die finanziellen Ausbildungsbedingungen für Quereinsteiger sind zu verbessern. Dies durch grosszügige Abgabe von Stipendien oder durch die Erhöhung des Lehrlingslohnes (z.B. bei der FAGE). Ansonsten können diese Interessentinnen und Interessenten die Ausbildung in einem Pflegeberuf aus finanziellen Gründen nicht in Angriff nehmen. Diese Gruppe stellt eine große Ressource dar.
- Für Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) sind umsetzbare Optionen zu schaffen, welche ihnen die Erlangung einer Diplomausbildung ermöglichen.